• Переводчик 13, 2013
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  • М. Вишняков. Стихи и поэмы. Т. 2
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  • В. Харченко. Стихи и о стихах.
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Земля Даурская
Виктор Балабанов. Что же значит слово «Чита»? Перевод на немецкий Ирины Бобровой


Переводчик: Ирина Боброва


Что же значит слово «Чита»?

 

Перевод на немецкий Ирины Бобровой

 

Was bedeutet das Wort „Tschita“?

 

          Viele, hoffe ich, möchten  auf diese Frage eine konkrete Antwort hören. Aber, wie sich herausstellt, können wir mit voller Glaubwürdigkeit nur sagen, warum unser Gebietszentrum so heißt. Es wird so bezeichnet, weil es am Ufer des Flusses Tschita liegt, den man oft sogar in den offiziellen Dokumenten Tschitinka nennt.

          Aber was bedeutet das Wort „Tschita“ selbst, was ist sein Sinn? Und gerade er bleibt rätselhaft. Viele interessierte die Deutungsfrage dieses Wortes. Aber je mehr Menschen versuchen, das zu machen, desto mehr verschiedene Deutungen  erscheinen.

          Im vorigen Jahrhundert erklärte der Gebietsforscher M. A. Sensinow den Ursprung dieses Wortes von der orotschonsker Bezeichnung der Birkenborke oder vom, aus der Birkenrinde gemachten Teppich. 1958 äußerte G. T. Wassilewitsch und später auch W.G. Izgatschow den Gedanken, dass der Name vom ewenkijsker Wort „tschata“ oder „tschatala“ stammte, was „Ton“ heißt. Aber mit diesem Wort nennen Ewenken Uferschlammm, Steinkohle und glühende Kohlen. Im Jahre 1962 schrieb N.G. Kirjuchin darüber, dass die Bezeichnung von einem ewenkischen Namen stammte und dabei erwähnte er Tschita, der an den Ufern des Flusses Tschita als Nomade umherzog .

          1966 äußerte der Autor W.A. Nikonow in seinem „Kleinen Ortsnamenwörterbuch“ eine Vermutung, dass der Name aber vielleicht von dem niwchsker „tsch`ity“ – „Brunnen“ abstammen könnte?

          Aber alle diese Meinungen haben eine Reihe von Nachteilen (ausführlicher darüber: Sammelband „Probleme der Gebietskunde“, Herausgabe 3. Tschita, 1968), der wichtigste darunter ist der, dass diese Meinungen auf Vermutungen basieren und sich nicht durch konkrete historische Tatsachen begründen lassen.

          Und die Tatsachen – die manchmal als Beweis angeblich angeführt werden, halten keiner Kritik stand.

          In Zusammenhang mit der Mitteilung des sowjetischen  Archeologen L.R. Kyylassow darüber, dass „Transbaikalien an den Flüssen Selenga, Tschikoi und anderen bis an den Fluss Onon“ die altertümliche Heimat von Uiguren ist, erscheint auch die Meinung vom Autor dieser Zeilen. Ujgurisches „tschyt“ heißt „Behausung“, „befestigte Siedlung“. In der Tuvinsker Autonomen Republik findet man – z.B. die Ruinen der uigurischen Befestigungen mit den Namen „Tschaata“.

          In den Ortsnamen (der Toponomastik) der Urbewohner der Region gab es eine Besonderheit. In erster Linie wurde der eine oder der andere Name – einem Berg oder einer Gruppe von naheliegenden Bergen (aber nicht einer Gebirgskette) gegeben. Den Flüssen, die diesen Bergen entspringen, wurde gewöhnlich der gleiche Name gegeben, den der Berg oder die Gruppe von Bergen trug. Und nur in den Fällen, als der Name eine spätere Abänderung erfuhr, konnte man  diese Besonderheit nicht beobachten. Hier lässt sich folgende Regel formulieren: der Mensch gibt einen Namen dem Berg; vom Berg übergeht er zum Fluss, und wenn man dazu auch eine russische toponomastische Besonderheit hinzufügt, könnte man sagen: vom Fluss übergeht der Name zur Siedlung. 

          Und jetzt sehen Sie auf die Übersichtskarte des Oberlaufs des Flusses Tschita sehen. Der Fluss entspringt dem Berg, der im Ausläufer der Gebirgskette Jablonowyj liegt. Das Jablonowyj Gebirge ist hier die Wasserscheide der Ingoda und des Witims. Auf diesem Berg oder auf der Gruppe von naheliegenden Bergen (d.h. das Gebirge, dem der Fluss entspringt), aber von der nordwestlichen Seite, liegt eine der Quellen des Flusses Jumurtschen (der rechte Nebenfluss des Witims). Diese Quelle nennt man Tschitnak.

          Das alles führt zum Gedanken, dass die Grundlage für den Namensursprung im Oberlauf des Flusses Tschita oder der Tscitnak zu suchen ist. Ob die Uiguren an dem Witim oder im Wasserbecken der Ingoda gewohnt haben? Auf diese Frage antworten örtliche Archäologen verneinend.

          Wie Sie sehen, bleibt der Name unseres Gebietszentrums bis heute auch so rätselhaft, wie der Name unserer Hauptstadt – Moskau.